Change - aber bitte nicht so!

Shownotes

Hast auch du bereits einen oder mehrere Change-Prozesse oder Vorhaben innerhalb deines Unternehmens erlebt? Wie sind diese ausgegangen? Waren sie erfolgreich oder bewahrheitete sich eher das Gegenteil? Und ganz wichtig, wie ist es dir und deinen Kolleg:innen ergangen? Die aktuellste Studienlage zeigt, dass etwa 80% aller Change-Vorhaben in Unternehmen scheitern. Kannst Du dir vorstellen, warum oder woran sie scheitern? Falls nicht, dann höre dir unbedingt in diese Podcastfolge an. Viel Spaß beim Anhören!

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Quick and Busy Podcast Folge "Schön, dass du da bist".

00:00:10: Heute spreche ich mit dir über das Thema Change, aber bitte nicht so. 80% aller Chainshore haben,

00:00:18: das müsste so ungefähr die aktuellste Studienlage sein. 80% scheitern. Sie scheitern, das bedeutet,

00:00:28: dass der erwünschte Output, den man sich vorgestellt hat, als man den Change initiiert hat,

00:00:33: dass der nicht erreicht wird, sondern manchmal sogar deutlich weniger bzw. oft bleiben

00:00:39: Chainshore haben komplett auf der Strecke. Das kratzt jetzt natürlich nicht nur einen Grund,

00:00:43: aber ich möchte heute so ein, zwei Dinge hervorheben, mit dir einmal besprechen,

00:00:47: die mir immer wieder in meiner Praxis auffallen und ich mit Unternehmen in Kontakt bin,

00:00:52: mit Unternehmen arbeite oder vielleicht auch einen Change haben, mittendrin übernehme, weil

00:00:57: Überraschung es von vorne bis hinten irgendwie nicht so richtig funktioniert. Das erste, was

00:01:04: ich dir mitgeben möchte, und das ist tatsächlich sehr banal und dennoch erlebe ich es immer wieder

00:01:09: in der Praxis, dass Veränderungsvorhaben überhaupt nicht als solche erkannt werden. Also es

00:01:15: kommen Veränderungen und das Management oder an die Führungsebene erkennt gar nicht, dass das

00:01:21: ein Komplex zu managen der Change Prozess ist. Was meine ich damit? Ich habe als Beispiel eine Firma,

00:01:29: die hat gesagt, oh ja super, New Work, das ist ja in aller Munde und das machen wir auch ohne feste

00:01:34: eigene Arbeitsplätze und das integrieren wir. Die Firma hat aber überhaupt nicht verstanden,

00:01:40: dass das ein groß initiierter Change Prozess ist, also dass das eine riesen Veränderung bedeutet.

00:01:45: Natürlich war denen klar, dass das räumlich und so teuer wird und neue Konzepte braucht und da

00:01:51: waren sie natürlich auch bereit, sich eine Beratungsfirma reinzogen, die sich mit diesen

00:01:54: ganzen Geschichten auskennt. Allerdings haben sie überhaupt nicht verstanden, dass das für ihre

00:01:57: Mitarbeitenden eine Riesenveränderung ist, sodass sie sich überhaupt keine Gedanken darüber

00:02:02: gemacht haben, wie nämlich denn meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem New Work vorhaben mit.

00:02:08: Im Gegenteil, es wurde sogar gedacht, das ist ja was Gutes, weil wir gehen mit dem Trend und es

00:02:13: ist alles fancy und es gibt neue Möbel und coole Ecken, vielleicht ein paar schöne Pflanzen und

00:02:17: ein schönes Farbkonzept. Ja, das ist auch cool und fancy und schön und schick, aber das ist

00:02:24: eine Riesenveränderung für die Beschäftigten in diesem Unternehmen gewesen. Und da wird

00:02:29: wirklich viel viel Geld investiert. Es wird viel Geld in die ganze Hardware, in die ganzen Möbel,

00:02:34: in das ganze Konzept gesteckt, aber es wurde komplett vergessen zu überlegen, wie sorgen wir

00:02:39: dafür, dass unsere Mitarbeitenden das Ganze tatsächlich auch verkraften können und mitgehen

00:02:43: können und vielleicht sogar mitwirken können. Und das ist etwas, wo ich immer sage, wow, hier

00:02:49: sehe ich schon von Haus aus, wenn mir ein bekannten Kreisdiener erzählt, oh ja, wir machen jetzt auch

00:02:53: New Work und ich frage ja, und wie wird euch da umgegangen? Ja, wir dürfen dann irgendwann mal

00:02:59: im Showroom gucken, wie es aussehen soll. Super, natürlich, ist auch toll, wenn man schon mal so

00:03:03: einen Vorgeschmack kriegt und irgendwie idealerweise feststellt, oh, das ist aber alles modern und

00:03:09: schick und schön. Aber die großen Probleme zum Beispiel bei New Work, du kannst aber auch stellvertretend

00:03:14: für jede andere Veränderung sehen, warum es vielleicht nachher nicht klappt, liegt ja nicht an

00:03:19: den Möbeln, sondern es liegt an den Emotionen, die die Menschen haben. Denn eine Veränderung

00:03:25: bringt immer emotionalen Stress mit. Emotionalen Stress zum Beispiel in Form von Angst. Angst,

00:03:31: hey, wie kann ich überhaupt zukünftig arbeiten? Wie wird das sein? Dann kriegt man ja immer solche

00:03:37: schönen Geschichten erzählt, wie ja, dann sind die Arbeitsplätze alle zu buchen und sie müssen

00:03:42: immer aufgeräumt sein und darf hier nicht irgendwie persönliche Gegenstände oder so was da sein.

00:03:46: Das sind Sachen, da freut sich keiner drüber, wenn ihr das hört. Wüsstens derjenige, der sich über

00:03:50: den Messy-Arbeitsplatz nebenan beschwert, der wird sich vielleicht kurz freuen, aber in dem Moment,

00:03:54: wo du denen sagst, ja, das ist dann alles, ich sag mal, ein Stück weit neutral, nicht mehr

00:03:58: personalisiert, das ist ja nichts, wo jemand sagt, juhu, sondern im Gegenteil, es schürt Ängste.

00:04:02: Die sicherheitsorientierten Mitarbeitenden, die du hast, die vielleicht tatsächlich einen hohen Wert

00:04:06: auf, na, ich habe immer meinen Platz, das gibt mir Sicherheit, auch im Meeting sitze ich immer

00:04:10: an derselben Stelle, ja, du kannst dich auf der einen Seite darüber aufregen und sagen,

00:04:14: Mensch, das ist ja aber verbissen und verbohrt und auf der anderen Seite, die tun das ja nicht

00:04:17: auf Spaß und dann die tun das, weil es denen Sicherheit gibt.

00:04:20: So, und wenn du die natürlich dann sagst, jetzt machen wir New Work, dann ist das für diese Menschen ein absoluter Stressfaktor.

00:04:27: Und das macht denen Angst und Unsicherheit und vielleicht auch ein Stück weit Hilflosigkeit, sie fühlen sich ausgeliefert.

00:04:31: Und wenn du jetzt sagst, ja du kannst dann aber auch schon mal gucken im Showroom und mal sehen, welche Farben du willst,

00:04:36: ja, das ist auch diese Ali-Bi-Beteiligung, dass man vielleicht noch eine Mitarbeiter-Befraugung macht,

00:04:41: ob man orange hell oder orange mittel macht.

00:04:43: Also, versteht mir nicht falsch, ich finde das gut, dass man Showroom hat, dass man das irgendwie schon mal zeigt und nabbar macht und so weiter.

00:04:49: Aber das ist nicht zu Ende gedacht und es ist wichtig, dass du die emotionale Seite erkennst.

00:04:54: Und ich meine, einige Beratungsfirmen sind ja dann zumindest schon mal so, dass sie sagen, ja, wir machen auch einen Workshop mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,

00:05:02: wo sie einmal ihre Ideen und Befürchtungen und Ängste schon mal platzieren können.

00:05:06: Das ist super. Ich bin auch ein Fan davon, Workshops mit den Mitarbeitenden zu machen.

00:05:10: Aber das ist dann nicht der Moment, wo du sagst, Haken dran, jetzt haben wir es geschafft, jetzt haben wir die Emotionen einmal besprochen,

00:05:17: jetzt muss jeder damit klarkommen.

00:05:19: Nein, hier braucht es enge Begleitung und Führung und das ist etwas, was Unternehmensberatungen zum Beispiel schon mal gar nicht selber leisten können.

00:05:25: Das muss Führung leisten.

00:05:26: Das heißt, ich muss Führung befähigen, Menschen in Change-Prozessen zu begleiten, und zwar da, wo sie stehen und nicht da, wo ich sie gerne hätte.

00:05:35: Denn wir haben, wenn ich im New Work-Beispiel bleibe, tatsächlich ja mitarbeiten, die schon jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang in der Unternehmen arbeiten.

00:05:42: Und das ist was, was auch hochemotional ist.

00:05:45: Und wenn es dann heißt, du räumst den Arbeitsplatz oder ab sofort darfst du keine Bilder persönlichen mehr dastehen haben oder oder, dann ist das etwas, was dem Menschen was macht.

00:05:56: Und hier ist es eben wichtig, mit Verständnis zu reagieren, eine Führung zu etablieren, die auch durch den emotionalen Stress hindurch begleitet und nicht die ganze Zeit nur sagt, es wird alles so toll, es wird alles schick und es wird alles super.

00:06:11: Weil genau mit denen aussagen, kriegst du die, die noch in der Emotion Angst oder Erhilflosigkeit stecken, kriegst du die ja gar nicht abgeholt.

00:06:17: Im Gegenteil, du drückst sie noch weiter in den Stress.

00:06:20: Und das ist etwas, was du verstehen musst und das ist natürlich genau einer der Gründe, warum Change misslinkt oder warum New Work-Konzepte eingeführt werden und hinterher sagt jeder eigentlich nur, was da blöd daran findet.

00:06:30: Und dann ist die Führungsebene nur noch am meckern, weil sie sagen, unsere Mitarbeitenden sind so undankbar.

00:06:35: Wir haben jetzt hier Millionen investiert und als Bank kommt eigentlich immer nur Gemeckern, die Farbe stimmt nicht, das passt nicht und irgendwie sowieso alles blöd.

00:06:42: Und falls du feststätst, dass deine Leute in deiner Veränderung immer über das nur meckern, dann stell dir bitte die Frage, was ist das Thema hinter dem Thema.

00:06:51: Meckern sie wirklich, weil die Farbe von dem neuen Möbeln nicht richtig ist oder weil die Funktionalität von dem neuen System, was eingeführt wurde, nicht richtig stimmt?

00:07:00: Oder ist es eigentlich nur Symptom Stress, der für eine ganz andere Form der Emotion steht, nämlich vielleicht für Überforderung, Angst, Hilflosigkeit, Verachtung, was auch immer da emotional angetriggert wurde?

00:07:14: Und das ist es eben das, wo wir als Führungskräfte hingucken müssen. Durch Veränderung zu begleiten ist ein sehr verantwortungsvoller Prozess.

00:07:21: Und dazu ist es auch wichtig, geschult zu werden. Dazu ist es zum Beispiel wichtig, auch gemeinschaftlich mit den Teams solche Workshops zu machen, wo man sich die Zeit nimmt für die Emotion.

00:07:29: Aber ohne gleich zu sagen, und jetzt müsst ihr darüber hinweg sein, sondern sagen, wir nehmen uns das und es braucht auch bei den schönsten Veränderungsprozessen, die wirklich einen Mehrwert versprechen, brauchst du Raum, um das Ganze zu verarbeiten.

00:07:43: Und deswegen gebe ich dir hier noch mal als kleinen Input mit, dass du ganz stark einfach bei dir darauf achtest, wie gehst du in Veränderungsprozessen vor?

00:07:52: Was stresst dich? Wie gehst du damit um? Was hat dir geholfen, Veränderungsprozesse bisher erfolgreich zu bewältigen?

00:07:58: Oder wenn du sagst, das war einer, da bin ich nicht mitgegangen. Was fehlte da, damit du hättest vielleicht dich darauf einlassen können?

00:08:04: Weil wenn du das für dich selber reflektierst, dann machst du schon mal einen Schritt in die Richtung, dass dir nicht die Fehler passieren, von denen ich gerade erzählt habe.

00:08:13: Danke, dass du dabei warst. Teil auch gerne deine Change-Erfahrungen mit mir. Schreib mir eine E-Mail, schreib mir eine Nachricht über Social Media.

00:08:21: Ich freue mich, deine Erfahrungen zu hören und hier gegebenenfalls auch in einer weiteren Podcast-Folge zu teilen.

00:08:27: Danke fürs Zuhören. Ich freue mich aufs nächste Mal. Alles Liebe, dein Ernäh.

00:08:32: [Musik]

00:08:40: [Schwingt die Musik]

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